London Dry – was heißt das eigentlich?

hohe, schlanke 500ml Flasche G+ London Dry

Bei Gin gibt es verschiedene Herstellmethoden, die allesamt eigene Bezeichnungen haben. Dieser Artikel soll Klarheit zwischen den verschiedenen Gin-Typen schaffen.

Zuerst möchten wir jedoch kurz einen Einblick in die Gin-Herstellung selbst geben. Dass Wacholder beim Gin maßgebend ist, ist mittlerweile weitestgehend bekannt, jedoch hält sich teilweise das Gerücht, dass es sich bei Gin um einen Wacholder-Brand handelt, recht hartnäckig. Gin ist nämlich eigentlich ein Wacholder-Geist. Das bedeutet, dass der Wacholder und die anderen Gewürze in Neutralalkohol (= Alkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit mindestens 96% und somit geruchs- und geschmacksneutral) eingelegt werden und so den Geschmack an den Alkohol abgeben. Dieser Vorgang nennt sich Mazeration.

Und von hier aus gibt es verschiedene weitere Vorgehensweisen:

Compound Gin vs. Distilled Gin: Als Compound Gin, werden jene Gins bezeichnet, die nach der Mazeration nicht noch einmal destilliert werden. D.h. es werden dem Neutralalkohol Gewürze beigefügt und nach einer gewissen „Ziehzeit“ wird die Flüssigkeit nur noch filtriert.

New Western (Style) Gins: so werden meist Gins bezeichnet, bei denen Wachholder zwar noch vorhanden ist, aber nicht im Vordergrund steht.

Dry Gin: ungesüßter Gin. Die Zugabe von künstlichen Zusätzen und Farbstoffen ist jedoch erlaubt.

London Dry Gin: Gewürze werden dem Neutralalkohol zugefügt (Mazeration), danach wird destilliert. Nach dem Destillieren, darf nur noch Wasser hinzugefügt werden, um den Gin auf die gewünschte Trinkstärke herabzusetzen. London Dry Gin ist demnach auch immer ungesüßt.

Old Tom Gin: Ursprüngliche Form des Gins. Ist durch die nachträgliche Zugabe von Zucker süßer und „voller“ als London Dry Gin.

Sloe Gin: Eigentlich per Definition kein Gin, sondern Likör aus Schlehen mit mindestens 25% Alkohol und mindestens 100 Gramm Zucker pro Liter.

Bei unseren Gins handelt es sich demnach um London Dry Gins und Dry Gins. Der Oak Cask darf beispielsweise nicht als London Dry bezeichnet werden, da er nach dem Destillieren im Holzfass gelagert wird. Der Saffron wird nachträglich mit Saffran versetzt, was ebenfalls nicht London Dry entspricht.

Hier eine kleine Aufgabe für dich: schau mal dein eigenes Gin-Sortiment durch und sie dir die technische Bezeichnung ganz genau an. Welche Gins sind London Dry, welche Dry und welche vielleicht sogar lediglich „Gins“ (der Wegfall von „dry“ könnte bedeuten, dass der Gin gezuckert ist)?

Und dann stellt euch bei den Dry Gins mal die Frage, warum der Hersteller auf den Zusatz „London“ verzichtet hat. Bei holzfassgelagerten Gins liegt die Antwort auf der Hand, bei klaren Gins wurde mit großer Wahrscheinlichkeit mit Aromen gearbeitet. Aromen sind nicht per se schlecht (ganzjährig verfügbar, konstante Qualität) – wir bitten euch nur zu hinterfragen, was ihr konsumiert und ob das auch das ist, was euren Erwartungen entspricht, die der Hersteller mit seinem Marketing erzeugt.

Ps.: auch unser Rose Garden ist ein Dry Gin, bei dem wir mit Rosen-Essenz arbeiten. Wir kommunizieren das aber auch ganz ehrlich, denn Duft und Geschmack der Rose würden beim Destillieren ganz einfach verloren gehen.

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